Meine Krankheit.

Ich leide an einer Vaskulitis, dies ist eine Rheumatische Erkrankung. Es gibt verschiedene Arten dieser Vaskulitis, bei mir ist das Churg-Strauss-Syndrom. Auf das Leiden selber will ich nicht weiter eingehen, wer mag kann es im Internet nach schauen.

Den Ausbruch dieser Krankheit kann ich nicht genau bestimmen, nur das erste Symptom, ein Druckschmerz unter dem rechten Fuß Die schmerzende Stelle war kurz hinter den Zehen und war ungefähr so groß wie ein 2 Eurostück. Zu sehen war nichts, keine Rötung oder sonstige Veränderung. Es tat einfach nur weh. Der Schmerz verschwand mit der Zeit.

Meine Schulter tat dann weh, es war die linke. Gut dachte ich, verhoben oder Muskelkater. Auch dieser Schmerz verging. Mein Knie, schmerzte und wurde dick. Der Arzt meinte, es sei eine Überlastung und verschrieb mir eine Salbe. Nach dem Knie ging der Schmerz in die Füße über, auch sie schwollen an, besonders der rechte Fußrücken war sehr druckempfindlich, ich konnte keine Schuhe tragen und nur sehr schlecht laufen.

Ich bekam Schmerzmittel und, weil der Arzt, ein Rheumaleiden vermutete, ein entzündungshemmendes Medikament. Doch es wurde nicht besser, es wurde schlimmer. Die Schmerzen sprangen von einem Gelenk zum anderen und sie nahmen zu. Meine Haut begann sich zu verändern, an den Armen und Beinen zeigten sich rote Punkte.

Zuerst tippte der Arzt auf eine Allergische Reaktion auf ein Medikament, doch als sich an meinen Fingergelenken Einblutungen aufwiesen, verwarf der Arzt diesen Gedanken und nannte die roten Punkte auf meiner Haut Mikro-Einblutungen. Mein Arzt, ein Allgemeinmediziner, war mit seinem Latein am Ende und überwies mich zu einem Internisten. Dieser konnte jedoch auch nicht feststellen was mir fehlte, nur ein neues Symptom kam hinzu, eine Auffälligkeit im linken Lungenflügel.

Mein Allgemeinzustand war zu diesem Zeitpunkt schon so schlecht, das ich ins Krankenhaus überwiesen wurde. Im Krankenhaus wurde ich praktisch auf "Links" gedreht, es gab keine Untersuchung die nicht gemacht wurde, CT, MRT, Darmspiegelung, Knochenmarkpunktion, Lungenfunktionstest und Blutuntersuchungen, immer wieder wurde mein Blut gescheckt, mal nüchtern, mal am Abend, mal über Tag und mal in der Nacht.

Mein Allgemeinzustand wurde immer schlechter. Meine Fußrücken hatten offene Stellen und ich hatte sehr starke Schmerzen. Er war einmal so stark gewesen, dass meine Bettnachbarn die Nachtschwester holten, weil ich laut im Schlaf vor Schmerzen gestöhnt habe. Diese musste mich erst wecken um mir das Mittel zu geben.

Immer noch wusste keiner was ich hatte, ich wurde praktisch gegen alles behandelt. Mein Tablettenkonsum war enorm, bis zu 23 Tabletten am Tag. Am liebsten waren mir die kleinen hellblauen Schmerzpillen, es handelte sich um ein sehr starkes Schmerzmittel, wenn ich die nahm ging es mir eine Zeitlang gut.

Schließlich wurde doch etwas gefunden, der Name Morbus Wegener stand im Raum und der Oberbegriff Vaskulitis. Ich bekam in hohen Dosen Kortison, weil diese Vaskulitis eine Autoimmunerkrankung ist und das Kortison das Immunsystem beeinflusst.

Die Symptome gingen auch zurück, doch auf lange Sicht ist das Kortison nicht das Mittel der Wahl und schon gar nicht in dieser Dosierung. Ein Arzt erklärte mir, das ich mit dieser Krankheit eine Lebenserwartung von 5 Jahren hätte, das ganze hatte sich 2003 abgespielt. Der Arzt hat sich etwas verrechnet.

Die Diagnose Morbus Wegener stand immer noch im Raum. Das ist die aggressivste Form unter den Vaskulitiden. Zur genaueren Abklärung wurde ich in eine Rheumaklinik nach Bad Bramstedt überwiesen. Lustig am Rande war die Fahrt dorthin, ich war nicht Bettlägerig, also konnte ich mit einem Taxi fahren. Als ich dann in diesem Taxi saß und wir die Autobahn erreichten, fragte mich der Taxifahrer wie man denn nach Bad Bramstedt käme! Zum Glück war ich lange Zeit auf Montage und dadurch auch in dieser Gegend schon gewesen, so dass ich uns lotsen konnte. War schon witzig.

In Bad Bramstedt, es ist übrigens eine wirklich gute Klinik, ist dann herausgekommen das ich an dem Churg-Strauss-Syndrom leide. Festgestellt wurde es durch Blutuntersuchungen, ich lag fast ein halbes Jahr im Krankenhaus, ich glaube das ich in dieser Zeit bestimmt einen Liter Blut verloren habe. In dem Blut sind sogenannte Tumormarker gefunden worden, klingt im Moment erschreckend, ist es aber in meinem Fall nicht. Diese Tumormarker in Verbindung mit einer starken Vermehrung eosinophiler Granulozyten sind typische Anzeichen für das Churg-Strauss-Syndrom.

Als Medikament bekam ich Kortison und Methotrexat (MTX) das ich auch heute 2014 noch nehme. Leider hat sich bei mir eine Abneigung gegen das MTX gebildet. Am Anfang war es nicht so. Das Mittel wurde IV gespritzt und ich vertrug es gut, dann bildete sich jedoch der Ekel und mir wurde schlecht. Kein Mittel half dagegen. Vom Rheumatologen bekam ich die Erlaubnis mir das Mittel selber subkutan, also ins Fettgewebe, zu spritzen. Der wöchentliche Arztbesuch entfiel dadurch doch die Übelkeit blieb.

Mein Leben ging trotz der Krankheit weiter, ich hatte keine Einschränkungen der Lebensqualität hinzunehmen. Das einzige war die ständige Kortisongabe, man wird dick dadurch und bekommt das typische Kortisongesicht. Etwa nach 5 Jahren, 2008 ging es mit mir bergab, an die Prognose des Arztes habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht.

Ich spürte das ich immer schwächer wurde. An meinem Blut konnte nichts festgestellt werden, doch als meine Lunge geröntgt wurde sah man das dort etwas wächst. Vom Internisten wurde ich zum Onkologen überwiesen, ich weiß noch den Tag, ein Freitag, am Montag lag ich wieder im Krankenhaus. Eine Bronchoskopie sollte gemacht werden und gleichzeitig eine Biopsie des Gewebes in meiner Lunge.

Die Untersuchung war auf der einen Seite ein Erfolg und auf der anderen Seite ein Misserfolg. Darüber hinaus habe ich davon auch noch eine Rippenfellentzündung bekommen, hatte 40 Grad Fieber und starke Schmerzen. Erfolg und Misserfolg waren, es wurde festgestellt was ich hatte, eine verkapselte Entzündung. Das war der Erfolg, Misserfolg war, ich musste unters Messer. O-Ton des Internisten, "Wir kommen hier nicht weiter, jetzt sind die Handwerker dran."

Die OP dauerte etwa 6 Stunden, der linke Lungenflügel wurde komplett entfernt. Die folgenden 2 Tage fehlen mir, ich habe nur ein paar Highlights im Gedächtnis, ein Besuch meiner Frau und das man mich vor den Röntgenapparat geschleift hat. Ich hatte starke Schmerzen nach der OP, aber zum Glück auch eine Pumpe mit der ich das Schmerzmittel selber dosieren konnte. An der Decke im Krankenhaus habe ich schon Büschen und Bäume wachsen sehen. Das Atmen fiel mir schwer und ich konnte Tagelang nur auf dem Rücken liegen.

Schlimm war auch die erste Nacht ohne Sauerstoff unter der Nase, ich konnte nicht einschlafen, immer dachte ich, ich müsste ersticken. Doch als ich die erste Nacht überstanden hatte, ging es besser. Was mich sehr störte war eine Lähmung meiner Stimmbänder, ich sprach wie der Pate, jedoch noch leiser. Es gab keine Prognose wann es sich bessern würde, die Ärzte sprachen meist davon, dass die Stimmbäder durch den Tubus bei der OP gereizt wurden, oder dass der Nerv der die Stimmbänder steuert, durch die OP "geärgert" wurde und dass es von sich aus besser werden musste oder eben nicht.

Ach ja, so nebenbei wurde auch ein persistierender Ductus arteriosus Botalli entdeckt und verschlossen. Dieser Ductus ist ein Herzfehler, eine Öffnung zwischen Aorta und der Lungenarterie.

Im Juni kam ich ins Krankenhaus im August kam ich zur Reha nach Bad Rothenfelde und im September durfte ich wieder ins Krankenhaus. Mein Bauchnabel hatte sich entzündet und dieser Entzündung konnte man nicht Herr werden. Letzte MÖlichkeit war eine Operative Entfernung des Nabels und des umgebenden Gewebes.





Aktualisierung:

Anfang des Jahres 2016 wurde ich sehr krank. Es fing Harmlos an, ich bekam Kopfschmerzen. Es war immer ein linksseitiger Schmerz, nicht direkt im Kopf, sondern mehr im Schläfenbereich. Ich stellte dann selber die Vermutung auf, das es eine Entzündung der Nasennebenhöhle sei, zumal der Arzt eine leichte Schwellung der linken Gesichtshälfte feststellte. Ich bekam Antibiotika.

Das half nicht, die Schmerzen blieben, mehr noch, sie wurden schlimmer.

Untersuchungen wurden gemacht. CT und MRT, alles unauffällig, dennoch hatte ich Schmerzen, so stark das ich nicht mehr schlafen konnte.

Zwei Monate habe ich das mitgemacht, dann wurde es zu viel. Am Freitag vor Pfingsten 2016 ließ ich mich ins Krankenhaus einweisen. Dort bekam ich als erstes eine Schmerztherapie, die auch gut anschlug. Die Schmerzen wurden weniger, ich leider auch. Mein Zustand verschlechterte sich von Tag zu Tag. Meine Entzündungswerte schnellten in die Höhe und meine eosinophilen Granulozyten

gingen durch die Decke. Es wurde den Ärzten zu heikel, sie verlegten mich auf die Intensivstation. Zur Erklärung: ich habe nur noch einen Lungenflügel. Der Linke wurde mir 2008 entfernt. Ich leide unter einer Vaskulitis, einem sogenannten Churg-Strauss-Syndrom. Im linken Lungenflügel hatte sich eine Entzündung verkapselt, eine Geschwulst gebildet, die zwar gutartig war, jedoch nicht dorthin gehörte. Diese Geschwulst war zu groß um sie zu entfernen, also wurde der gesamte linke Lungenflügel raus genommen. Leider hat sich auch in dem verbliebenen Flügel eine solche Geschwulst gebildet.

Die eosinophilen Granulozyten sind ein Marker dafür das sich die Vaskulitis wieder meldete und die die Entzündungswerte zeigten an, dass ich eine Lungenentzündung hatte. Ich konnte kaum noch Atmen, war ständig unter Sauerstoff und baute immer weiter ab.

Trotz allem fühlte ich mich im Krankenhaus gut aufgehoben und bin dem Personal, also Schwestern, Pflegern und Ärzten zu Dank verpflichtet, sie haben sich sehr um mich bemüht.


Ich habe viel über den Tod nachgedacht. Es ist nicht schwer zu sterben, einfach nur entspannen und sachte hinüber gleiten. Ich war schon fast bereit dazu, doch dann gab es Probleme mit der Bank. Es klingt verrückt, aber es war wirklich so. Ich hatte ein wenig erspartes und niemanden der das Geld hätte kriegen können. Das war der Auslöser dafür, dass ich weiterleben wollte, jedenfalls ein paar Jahre noch. Die Ärzte taten ihr übriges, ich bekam Kortison. Einen Schuss von 1000 ml an dem ersten und von 500 ml am nächsten. Das hielt die Vaskulitis im Zaum. Die Lungenentzündung wurde mit starken Antibiotika bekämpft und ich bekam ein Gerät zur Beatmung.

All das schlug an. Mein Zustand besserte sich, langsam zwar, aber ich zeigte Fortschritte.

Tagelang hatte ich kaum gegessen, mich nur von Kompott ernährt. Zum Abführen musste ich auf den Schieber. Etwas was ich nun gar nicht mag. Auch da bin dem Personal zu großen Dank verpflichtet, sie haben sich rührend um mich gekümmert, mich gesäubert und gewaschen und so dafür gesorgt, das ich diese Zeilen schreiben kann. Ich weiß noch einmal, da wollte ich nicht auf den Schieber, wollte den Toilettenstuhl benutzen. Der Pfleger, der gerade Dienst tat hatte auch nichts dagegen, fand es sogar gut. Ich schaffte es so gerade aus dem Bett auf den Stuhl, doch als ich den umgekehrten Weg nehmen wollte, wäre ich fast kollabiert. Mit ach und krach kam ich wieder zu liegen und trotz allem mächtig stolz auf mich, denn zwei Tage vorher konnte ich mich mich im Bett kaum drehen.


Nach ein paar Tagen war ich soweit bei Kräften, dass ich in eine Lungenklink überführt werden konnte. Bei Kräften heißt nun aber nicht das ich laufen konnte, daran war noch nicht zu denken. Es dauerte zwei Wochen bis ich ohne Hilfe stehen konnte. Als mir einmal eine Tablette auf den Boden gefallen war und ich sie wieder holen wollte, kam ich nicht alleine hoch. Eine Schwester musste mir aufhelfen, hat natürlich mit mir geschimpft. Ich habe weiter gekämpft, die ersten Schritte waren sehr schwer, das erste Haare waschen war schwer. Als ich mich das erste mal duschte, habe ich vorher bescheid gesagt, dass ich vielleicht Hilfe brauche. Es ging ohne Hilfe.


Alles geht nun etwas langsamer, doch noch lebe ich, noch kann ich arbeiten, noch kann ich mich alleine versorgen und noch kann ich trotz meiner Lage, mein Leben genießen.


Aktualisierung 01.02.2021:

Ich habe eine sogenannte Kopfrose bekommen. Genauer gesagt einen Herpes Zoster im Gesicht. Allgemein tritt diese Krankheit unter dem Namen Gürtelrose auf.

Ich habe jeden Tag ein Bild meines Gesichts gemacht. Ich wollte dokumentieren wie sich alles entwickelte, Sonst bin ich nicht so ein Bilderfreak, aber hier erschien es mir angebracht. Die Bilder sind zum Teil recht gruselig, wer so etwas nicht ertragen kann, sollte schnell durchscrollen, die letzten Bilder zeigen (fast) mein normales Gesicht.

Zur Information. Eine Gürtelrose kann jeder bekommen, der mal die Windpocken hatte. Die Viren, die diese Krankheit auslösen, verschwinden nicht aus dem Körper, sondern "verstecken" sich im Rückenmark und warten dort auf ihre Chance. Wenn das Immunsystem schlapp macht oder der Körper sonst geschwächt ist, schlagen die Viren zu.

Es bildet sich ein rötliche Ausschlag bei besonders ausgeprägten Erscheinungsformen von der Wirbelsäule ausgehend halbseitig oder ganz gürtelförmig um den Körper schlingt und dort eine Wundrose hervorruft. Dabei ist Wundrose ein altertümlicher Ausdruck für eine akute, lokal begrenzte Hautentzündung, der oft undifferenziert für verschiedene Krankheitsbilder unterschiedlicher Ursachen verwendet wurde. Quelle: Wikipedida.



Das folgende Foto wurde am 17.01.2021 aufgenommen. Man sieht, dass das linke Auge zugeschwollen ist. Zu dieser Zeit hatte ich auch schon kleine Bläschen auf der Stirn, die sehr druckempfindlich waren. Der 17.01.2021 war ein Sonntag. Am vorherigen Donnerstag hatte ich ein Antibiotikum verschrieben bekommen. Als Nebenwirkungen wurden auch Blasenbildung auf der Haut beschrieben. Aus diesem Grund dachte ich an eine allergische Reaktion auf das Medikament.



Diese Fotos wurde am 18.01.2021 aufgenommen.Das erste zeigt mich am Morgen, mit einem geschwollenen Auge.


Meine Fx-Frau, der ich zu Dank verpflichtet bin, ist mit mir zum Arzt gefahren, wo ein Herpes Zoster diagnostiziert wurde und ich eine Einweisung ins Krankenhaus bekam. Wir also zurück zu mir nach Hause und schnell ein paar Sachen gepackt. Ich war da noch der Meinung, dass ich ins Borro in Leer gehen könnte. Doch als wir dort ankamen und ich mich bei der Notaufnahme anmelden wollte, wurde dort gleich abgewinkt und mir wurde gesagt, dass ich in Pius nach Oldenburg müsse, dort gibt es eine Abteilung für die Augenheilkunde. Es musste also umdisponiert werden. Meine Tochter brachte mich nach Oldenburg, wo ich mich erst beim Haupteingang vorstellte, dort wurde ich weggeschickt, ich müsse zur Augenambulanz. Dort angekommen wurde ich untersucht und mir wurde gesagt, dass ich einen Herpes Zoster habe und das ambulant behandelt werden könne. Na toll dachte ich, dann muss ich sehen, wie ich wieder zurück nach Leer komme. Die Ärztin hat sich dann jedoch die Unterlagen angesehen und so erfahren, dass ich Immunsuppressiv bin, da ich entsprechende Medikamente gegen meine Vaskulistis nehmen muss. Also doch nicht ambulant sondern stationär.


Das zweite Bild zeigt mich, wie ich im schon im Pius Hospital lag. Die Haare sind so wirr, da ich eingecremt wurde. Ich hatte nicht nur Bläschen an der Stirn, sondern auch auf dem Kopf.
Obwohl es keiner der Beteiligten je lesen wird, möchte ich mich auf diesem Weg bei den Pflegekräften und den Ärzten im Pius Hospital bedanken. Ich habe mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt und es wurde sich sehr gut um mich gekümmert.


Dieses Bild habe ich am 19.01.2021 aufgenommen. es ist zu sehen, wie der Herpes langsam immer schlimmer wird. Die linke Gesichtshälfte wird immer dicker.



Am 20.01.2021 habe ich gemerkt, dass auch das rechte Auge langsam zu schwillt. Das Foto wurde um 00:18 aufgenommen. Ich habe um diese Zeit noch eine Whatsapp Nachricht gesendet, mit dem Inhalt, dass ich sehr wahrscheinlich einige Zeit nichts mehr sehen kann und sich niemand wundert, dass ich nicht auf eingehende Nachrichten reagiere.



Hier ist es dann soweit. Beide Augen sind zugeschwollen und ich bin Blind. Das ist echt lästig. Es wurde sich aber rührend um mich gekümmert. Das Frühstückt wurde so zurecht gemacht, dass ich es essen konnte. Beim Mittagessen war es ähnlich und beim Abendbrot ebenfalls. Wenn ich zum Arzt musste wurde ich geführt und um jedes Hindernis herum bugsiert.
Auch hier wieder ein großes Lob an die Belegschaft des Pius Hospitals.
Auf dem Foto ist auch gut zu sehen, dass der Herpes nur eine Seite des Kopfes befallen hat. Warum das rechte Auge ebenfalls zu geschwollen ist, war den Ärzten ein Rätsel.
Das Foto hat eine der Schwestern gemacht. Wie ich schon betont habe, das Pius ist ein gutes Hospital.



21.01.2021 Hurra, ich kann wieder etwas sehen. Es ist zwar mühsam, dass rechte Augenlid hochzubekommen, aber ich wieder etwas von meiner Umwelt wahrnehmen.
Der Herpes Zoster blüht richtig auf.
Meine Medikation bestand zu dieser Zeit aus reichlich Schmerzmittel, Ibuprofen 600, dreimal täglich; dazu Pregabalin, welches laut Google – ein neues Schmerzmittel ist mit Wirkung auf neuronale Ca2+-Kanäle.
Es ist eigentlich ein Antiepileptika, wirkt aber auch bei den Nervenschmerzen, die der Herpes Zoster verursacht. Mir ist egal wofür es gedacht ist, Hauptsache ist, es hilft mir.
Dreimal täglich bekomme ich Infusionen mit dem Wirkstoff Aciclovir. Leider hatte ich mit den Zugängen für die Infusion wenig Glück. Ich lag ingesamt 10 Tage im Krankenhaus und bei mir mussten 5 Zugänge gelegt werden, da die Braunülen immer wieder verstopften. Es half auch nicht mit Kochsalzlösung zu spülen. Aber ich bin da Kummer gewohnt, habe schon sehr viele Infusionen bekommen. Das härtet ab.



22.01.2021 Mit dem sehen klappt es immer besser, natürlich nur einäugig.
Auf dem Foto sind gut die Herpesbläschen erkennbar. Ich war zu dieser Zeit ansteckend, allerdings nur per Schmierinfektion. Wenn sich in dieser Zeit jemand angesteckt hätte und dieser jemand noch keine Windpocken hatte, dann hätte er sie dann bekommen.



23.01.2021 Die Schwellungen nehmen langsam ab.



24.01.2021 Die Krankheit ist aber nach wie vor da. Die Schmerzmittelversorgung hat mich überrascht, wenn ich etwas brauchte, bekam ich es auch, sogar BTM Schmerzmittel, wenn die anderen nicht halfen. Ich hatte zu dieser Zeit aber wirklich sehr starke Schmerzen. Meist Kopf- und Gesichtsschmerzen. Es waren merkwürdige Schmerzen, so als würde ich mit hunderten Nadeln von innen gepiekst. Das schlafen war auch nicht einfach, wenn ich stand oder saß wirkte die Schwerkraft vertikal, wenn ich jedoch lag, wirkte sie horizontal und das Gewebe im Gesicht wurde zu einer Seite gezogen, so dass es auf der anderen Seite zu Spannungen kam, welche natürlich schmerzten. Aber ich habe es überstanden.



Die nächsten Bilder werde ich nicht kommentieren, es gibt nicht viel darüber zu sagen. Der Heilungssprosses schreitet voran. Mein Gesicht sieht zwar immer noch sehr matschig aus, aber ich spürte das es langsam besser wurde.


25.01.2021


26.01.2021


27.01.2021


28.01.2021


29.01.2021 Heute werde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Es war meine Ex-Frau die mich abholte und ich bin ihr dankbar dafür.
Als ich nach Hause kam, hatten sie und meine Tochter ein Großreinemachen veranstaltet. Auch dafür bin ich sehr dankbar.
Mir ging es in den Wochen davor nicht sehr gut und da lässt man einiges schleifen. Als Mann sowieso.
Männer haben die Fähigkeit gewisse Dinge auszublenden, das hilft ungemein. :-)


Am 30.01.2021 habe ich mich meinem Hausarzt vorgestellt und ihm den dicken Krankenhausbericht überreicht. Ich bin mit ausreichend Rezepten versorgt worden, damit ich den Herpes zu Hause den Garaus machen kann.
Das bedeutet aber, dass ich zwei Wochen lang täglich 15 Tabletten schlucken muss, wobei 5 Tabletten den Wirkstoff Aciclovir enthalten. Drei Tabletten musste ich schon immer nehmen, Prednisolon und Azathioprin, letzteres ist ein Immunsuppressiva.
Da ich immer noch Schmerzen hatte und habe, gibt es dreimal täglich Ibuprofen 600 und zweimal täglich Pregabalin.
Ich muss mir mehrmals am Tag das Gesicht mit einer antibiotischen Salbe einschmieren und mein linkes Auge mit Virgan Augengel behandeln. Es hat antivirale Wirkung, um zu verhindern, dass der Herpes auf das Auge übergeht.
Ich nehme an, dass die Gefahr jetzt nicht mehr so groß ist, aber ich benutze es weiterhin. Sicher ist sicher.


01.02.2021 Der Herpes Zoster hat spuren hinterlassen, die nur sehr langsam verschwinden.
Ich werde den Heilungsprozess auch weiterhin ab und an dokumentieren.


09.02.2021 Wiedermal ein Foto gemacht.


12.02.2021 Langsam geht es voran. Ich habe nun unter starken Juckreiz zu leiden und kann nicht kratzen, da die betroffenen Hautstellen noch taub sind. Ich kann nur mit dem Handrücken etwas reiben oder das ganze kühlen. Es ist echt lästig.
Als ich das Bild betrachtete, da fiel mir auf, dass meine Stirn immer höher wird und ich, falls die Spuren des Herpes noch verschwinden, irgendwie durchgeistigt aussehe.
Fast so, als ob ich wirkliche etwas in der Birne hätte.